Aus der Produktion

Mit dem Audi 100 des Typs 44 (C3) begann 1982 das Zeitalter der wirtschaftlichen Komfortlimousinen.

Das grundlegende Ziel der Entwickler war es, ein Auto zu schaffen, das bei der Größe eines Oberklassefahrzeugs so viel Treibstoff- und Festkosten verursacht wie ein Mittelklassewagen. Dieses Ziel wurde erreicht.

Durch eine aerodynamisch äußerst günstige Formgebung der Karrosserie gleitet der Typ 44 von Luftmolekülen kaum gestört sanft und leicht durch den Wind.
"Stömungsgünstigstes Serienautomobil der Welt" durfte sich der Audi bei seinem Erscheinen nennen. Der Cw-Wert Weltmeister!

Über die tatsächliche Wirtschaftlichkeit und die Fahrleistungen im Alltag entscheidet aber nicht nur der Cw-Wert allein. Das Gewicht spielt ebenso eine entscheidende Rolle. Die Entwicklungsingenieure haben es sich deshalb mit dem Gewicht nicht leicht gemacht.

Entwicklungsziel für den Audi 100/200 Typ 44 war also ferner, jedes Teil so stabil wie nötig und zugleich so gewichtsgünstig wie möglich zu bauen. Dies wurde beispielsweise realisiert z.B. durch den Einsatz von dünnem Hartglas für die gesamte Verglasung oder von Kunststoff für die vorderen Radkästen. Die Verwendung neuer Werkstoffe brachte zusätzliche Vorteile. So wiegt Kunststoff nicht nur weniger, er rostet auch nicht.

Eine Reihe weiterer technischer Details, wie z.B. der eingeklebte Fertigteil-Kunststoffhimmel, der die bislang üblichen Dachspriegel überflüssig machte und es erlaubte, die Blechdicke des Daches auf 0,7 mm zu reduzieren, sorgten für ein sensationell geringes Leergewicht des Typ 44. Aber nicht nur der aerodynamische Weltrekord und der konsequente Leichtbau hatten höchst wirtschaftliche Folgen.

Auch die Triebwerke konnten durch ihre moderne Motorentechnik überzeugen: Die stets weiterentwickelten Vier-und Fünfzylindermotoren sorgten für ansprechende Fahrleistungen, zugleich überzeugten sie aber auch durch einen niedrigen Verbrauch. Der Audi 100 Typ 44 war schon bei seiner Präsentation das sparsamste Auto seiner Klasse, den absoluten Höhepunkt hatte man allerdings mit der Einführung des Audi 100 DI-Diesels 1990 erreicht: Der Motor leitete den Siegeszug der VAG-TDI-Technologie ein.

Aber auch die Benzinmotoren konnten mit erstaunlicher Zuverlässigkeit und Langlebigkeit überzeugen. Der Audi 100 war 1983 mit einem 105 PS starken Fünfzylindermotor das erste in Deutschland angebotene Auto mit geregeltem Katalysator. Im gleichen Jahr sorgte der 182 PS starke, turboaufgeladene Fünfzylindermotor dafür, dass der Audi 200 Typ 44 zeitweilig den Titel "schnellste Serienlimousine der Welt" tragen durfte.

Den Anspruch, richtungsweisende Qualität zu produzieren, hat Audi mit dem Audi 100/200 Typ 44 verwirklicht. Gerade auch in Hinblick auf die Langzeitqualität unterscheidet sich der Typ 44 stark von den meisten seiner damaligen Mitbewerber. Die beeindruckende Langlebigkeit wurde gleich durch eine ganze Reihe aufwendiger Maßnahmen erreicht:

  • Der Typ 44 verfügt über eine einteilige Bodenwanne, die über 2,69m Länge ohne Schweiß-und Dichtnähte auskommt und so dem Rost eine minimale Angriffsfläche bietet.
  • Schon mit Serienbeginn wurden rund 36% der ca. 80m² großen Blechfläche eines jeden Typ44 ein- oder beidseitig verzinkt.
  • Die Türen,Hauben,das Schiebedach und Frontblech wurden aus galvanisch oder feuerverzinkten Blechen hergestellt.
  • Die sorgfältig mit PVC-Unterbodenschutz behandelten Rohkarossen (ab Modelljahr 1986 sogar ausschließlich aus zinkbeschichteten Blechen gefertigt) bekamen in einer der damals modernsten Lackieranlagen der Welt ein hochbeständiges, schützendes Lackkleid.
  • Zum Schutz vor Rost wurden alle Hohlräume im unteren Bereich der Karosse (etwa 30 Stück) mit lösungsmittelfreiem Wachs geflutet. Das 120° heiße Wachs bildete eine 0,3mm starke Schicht, die u.a. dem Rost noch heute das Leben schwer macht.