Federbein vorne zerlegen

Vor dem Zerlegen muß das Federbein erst ausgebaut werden. Die große Schraubenfeder ist mit großer Kraft vorgespannt. Zum Zerlegen des Federbeins ist immer ein Federspanner erforderlich, um die Feder entgegen ihrer Kraft zusammenzudrücken. Vorsicht! Bei ausgebautem Federbein niemals die Kolbenstangenmutter lösen, bevor die Feder gespannt ist! Unfall- und Verletzungsgefahr!

Federspanner sind in TÜV-geprüfter Qualität schon relativ preiswert (25 - 30€) im Zubehör erhältlich. Wer im Schweißen geübt ist, kann sie ggf. auch aus M14- oder M16-Gewindestangen und Metallteilen selber herstellen. Dies würde ich jedoch wegen der erforderlichen Sicherheit (um die große Federkraft aufnehmen zu können) nicht empfehlen. Die eigene Sicherheit sollte es einem Wert sein, einen TÜV-geprüften Federspanner anzuschaffen oder wenigstens auszuleihen.

Feder spannen
Zuerst muß die Schraubenfeder so weit gespannt werden, bis sie im Federbein "Spiel" bekommt. Dazu geeigneten Federspanner wie im Bild gezeigt an wenigstens zwei Stellen der Feder ansetzen, so daß er nicht wieder abrutschen kann (zwei Spanner gegenüber). Dann die Feder gleichmäßig spannen.

1 - Spindeln des Federspanners, 2 - Schraubenfeder, 3 - Faltenbalg des Stoßdämpfers, 4 - Spannmuttern des Federspanners

Oberes Lager
Erst wenn die Feder soweit gespannt ist, daß sie locker wird, die Kolbenstangenmutter des Stoßdämpfers mit einem Ringschlüssel SW 22 mm lösen. Kolbenstange des Stoßdämpfers dabei mit Inbusschlüssel (konstruktionsabhängig SW 6 oder 7 mm) gegenhalten.

Rechts oben ist der Federspanner mit seiner Spindel sichtbar. Zum Gegenhalten der Kolbenstange empfiehlt sich die Verwendung einer Inbusnuß.

Die Gummimanschette vom Lager herunterstreifen, dann können der obere Lagerteller und der darunterliegende obere Federteller abgenommenwerden. Zwischen den beiden Teilen befindet sich das Domlager. Danach können die Schraubenfeder und die Gummimanschette abgenommen werden.

Die Einzelteile
Das Bild zeigt das zerlegte Federbein. Der Stoßdämpfer ist noch eingebaut. Schraubenfeder und Gummimanschette abgenommen:

1 - Lenkhebel am Federbein, 2 - unterer Federteller, 3 - Überwurfmutter (Innensechskant) des Stoßdämpfers, 4 - Kolbenstange, 5 - Gummianschlagpuffer, rechts davon untere Unterlegplatte (gebogen), 6 - oberer Federteller, 7 - oberer Lagerteller, 8 - obere gebogene Unterlegplatte (sitzt direkt unter der Kolbenstangenmutter), 9 - Geselle. Der Pfeil zeigt auf das Domlager.

Links der obere Federteller, der Pfeil zeigt auf die Federaufnahme. Rechts der obere Lagerteller, darin ist das Domlager sichtbar.

Domlager auswechseln
Das alte Domlager mit Schraubenzieher herausziehen und neues Lager an gleicher Position wiedereinsetzen. Nach Tausch des Domlagers und des Stoßdämpfers muß die Vorderachse normalerweise nicht neu vermessen werden.

Stoßdämpfer auswechseln
Für den alleinigen Stoßdämpferwechsel braucht das Federbein nicht zerlegt zu werden. Wenn er jedoch bei dieser Gelegenheit ebenfalls erneuert werden soll, Stoßdämpfernuß über die Kolbenstange in den Innensechskant der Überwurfmutter setzen und Mutter herausdrehen. Wiederanzugsmoment: 180 Nm. Wer keine Stoßdämpfernuß zur Verfügung hat, kann die Überwurfmutter mit einer großen Rohrzange packen und losdrehen.

Schraubenfeder tauschen
Soll die alte Schraubenfeder nicht wiedereingebaut werden, muß der Federspanner langsam und gleichmäßig gelöst werden, bis die Feder völlig spannungsfrei ist. Die neue Feder muß vor dem Einbau wieder so weit wie die alte gespannt werden.

Zusammenbau
in umgekehrter Reihenfolge. Eine beschädigte Gummimanschette gegen eine neue ersetzen, sie schützt den Stoßdämpfer vor frühzeitigem Defekt durch Verschmutzung. Zuerst die Manschette in die umlaufende Nut unten an der Stoßdämpfer-Überwurfmutter hineindrücken. Beim Wiedereinsetzen der Schraubenfeder Einbaulage (oben/unten verschiedene Durchmesser) berücksichtigen. Beide Federteller haben Aufnahmevertiefungen, in denen die Enden der Feder zu liegen kommen müssen. Oberen Federteller und Lagerteller übereinandersetzen und auf die Kolbenstange aufsetzen. Ist dies nicht möglich, Kolbenstange ganz herausziehen, notfalls Feder noch etwas nachspannen. Dann Unterlegscheibe und neue Kolbenstangenmutter (oder alte Mutter mit Loctite) unter Gegenhalten mit Inbus bis auf 60 Nm festziehen. "Ordentlich festes" Anziehen von Hand genügt auch, wenn man keine Möglichkeit hat, das Anzugsmoment zu bestimmen. Erst dann Feder vorsichtig entspannen, dabei die Aufnahmepunkte in den Federtellern beachten!
Zum Schluß Gummimanschette in die umlaufende obere Nut drücken.

Hinweise zum Wiedereinbau des Federbeins beachten.