Karosseriearbeiten: Austausch hinteres Seitenteil Audi 200

    Austausch des hinteren linken Seitenteils am Audi 200

Der linke hintere Kotflügel und die Kofferraumklappe sind definitiv hinüber. Leider ist hier nichts mehr mit Schrauben, die Heckteile sind alle geschweißt. Immerhin hat die AHK größere Verformungen hinten verhindert. Das rechte Heckteil ist bis auf Bagatellschäden unversehrt.

Wir beginnen also mit dem großzügigen Ausschneiden der Kotflügel-Blechteile hinten. Zum Einsatz kommen Flex, Fuchsschwanz, Schweißpunktfräser und Druckluft-Blechschneider. Blick von der D-Säule links nach hinten.

Zuerst schneiden wir großzügig das defekte Blech weg, damit es übersichtlicher wird. Dann werden die Originalschweißpunkte ausgebohrt. Hier sollen später die neuen Schweißpunkte gesetzt werden, damit alles ohne Neulackierung im unsichtbaren Bereich bleibt.

Über dem linken Hinterrad. Der hintere Radlauf ist ausgeschäumt. Damit nach dem Schweißen eine effektive Hohlraumversiegelung möglich wird, muß der Schaum komplett entfernt werden. Mit dem Beitel geht das ganz gut, es verbleibt eine Riesensauerei in der Garage.

Jungfräuliche 14 Jahre alte Karosserie-Hohlräume am Übergang vom hinteren linken Seitenschweller zum Radhaus. Kein Rost, nichts. Da sollten sich andere Autohersteller mal ein Beispiel nehmen.

Der Kofferraumboden ist bis ca. 1 cm vor dem hinteren Längsträger auch gestaucht.
Hier wird er erstmal großzügig ausgeschnitten. Rechts ist hinten, links vorne. Man sieht auch die Hupe der Alarmanlage. Der Hupraum entspricht damit dem Kofferraum, also etwa 570 Litern.

Und das hier ist das "Neuteil", das wir aus dem Schlachtwagen ausgeschnitten haben. Es wurde natürlich viel großzügiger ausgetrennt, als nötig - somit ging es einigermaßen schnell (ein ganzer Nachmittag) und es bleibt genug Material für den "Feinzuschnitt":

Hier sieht man, wie mit dem Druckluftblechnippler verformte Teile des hinteren Abschlußbleches ausgetrennt werden. Unten links im Bild der linke hintere Längsträger, der glücklicherweise nichts abbekommen hat beim Unfall:

Das Radhaus war ebenfalls verformt worden. Es erschien einfacher, die defekten Teile auszutrennen und durch die Schlachtteile zu ersetzen, als das Vorhandene wieder zu begradigen. Auch hier arbeitet der Druckluftnippler:

Prinzipiell die gleichen Arbeiten wurden am Ersatzteil durchgeführt. Um eine möglichst optimale Maßhaltigkeit zu erreichen, mußte das Teil immer wieder angehalten und neu eingemessen werden. Kostet etwas Geduld.

So sah es aus, als es fertig zugeschnitten war:

Wichtig ist, daß die scharfkantigen Metallspäne stets weggesaugt werden.
Die Metallspäne, besonders die des Druckluftnipplers, sind extrem scharfkantig und unangenehm. Sie fressen sich in Nullkommanix in Schuhsohlen, Reifen und ähnliches. Also gründlich wegmachen.

Das Abschlußblech des Neuteils wurde mit einem pneumatischen Bördelgerät so abgesetzt, daß es in das verbliebene nicht verformte Altteil hineingeschoben und überlappend verschweißt werden konnte:

Dieses Bild zeigt den Übergang Radhaus-Kofferraumboden, die verformten Anteile sind bereits weggeschnitten, und eine saubere und unverbeulte Schnittkante verbleibt. Oben im Bild die rechte Fahrzeugseite, unten die linke. Gut zu sehen auch der Schatten der Auspuffanlage:

Viel Arbeit mit der Flex, um den Unterbodenschutz im Schweißbereich wegzukriegen, aue!

Heiß ist es draußen, und genervt ist man manchmal auch bei solchen Sachen...

Aber: alles paßt genau, wie wir es uns wünschen!

Wenn man genau hinsieht, sieht man den Schweißnahtverlauf im Heckblech, aber er bleibt ja weitgehend unter der Stoßstange.

Jetzt müssen "nur noch" die Schweißpunkte gesetzt werden, die Nähte glattgeschliffen, sandgestrahlt, mit 2K-Epoxyd grundiert und mit Karosseriedichtmasse abgedichtet werden, dann eine Hohlraumversiegelung, damit es keinen Rost geben kann, und im sichtbaren Bereich muß mit Spachtelmasse und Lack (eine Sprühdose reichte aus) gearbeitet werden, damit man nichts mehr von der Blecharbeit sieht...