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Jakob Kastl


Ich bin 82 geboren, aufgewachsen im Wienerwald und wohne zur Zeit in Wien. Ich arbeite in einem Architekturbüro und habe Hochbau gerlernt. Wenn ich nicht grad an einem meiner Autos schraube bin ich mit dem Rad oder den Ski in den Alpen. Ausserdem liebe ich es fremde Kulturen zu bereisen und war so schon in einigen fremden Ländern abseits der modernen Welt unterwegs. Mein Ziel für die nächsten zwei Jahre ist eine achtmonatige Fahrt mit dem Niva durch Asien.

Mit 18 machte ich den Führerschein und merkte schon bei den reichlichen Übungsfahrten mit Papa im Daihtsu Cuore das Autofahren meins ist. Ich kaufte mir dann einen Golf II mit Vergaser für 800 Schilling. Mit dem Golf erlebte ich reichlich auf den schönen Gebrirgsstrassen und dank dem äusserst robusten Fahrwerk wurde auch das „Offroaden“ wurde entdeckt. Leider war ich damals nicht an Pflege und Wartung interresiert und so kam es wie es kommen musste, der Zahnriemen riss. Mein damaliger Autopfuscher hat mir dann den Motor mit zwei Zylinder fahrbar gemacht und so ging es dann ein paar Wochen weiter bis ich einen zweiten Golf kaufte (400€). Genau gleiches Modell und nur zwei Wochen älter. Sofort war es wieder mein Auto und es wurde reichlich gekurvt. Da lernte ich auch die ersten Handgriffe selbst zu machen, z. B. Bremsen und Kupplung wechseln sowie Blech ausbeulen (Unterboden nach heftiger Felsüberfahrt...). Leider hielt ich es damals nicht so genau mit dem Wartungsplan und schon war wieder der Zahnriemen gerissen. Also wieder auf Notlauf richtenlassen, diesmal gingen sogar noch drei Zylinder.
Und dann passierte es.

Ich fuhr wie jeden Tag eine Landstrasse in Richtung Schule und sah einen roten Audi 100 Avant stehen, mit schild zu verkaufen 200€. Bis dato bin ich noch keinen 100- er gefahren, aber nur das beste gehört. Da ich so wie so schon reichlich spät dran war konnte ich nichts notieren. Nach ein paar nervösen Stunden in der Schule kam ich wieder hin und rufte sofort an. 30 Minuten später war der Audi mein! Avant hatte kein Pickerl, keine Batterie, keine Lima, undichten Wärmetauscher der Heizung und feste Handbremse sowie rostige Bremsscheiben. Von Anfang an war mir klar das dieses Auto nicht wie meine Golfs enden darf und gewartet werden muss. Die ersten Ausfahrten bestätigten alles, ein wahnsinns Fahrgefühl! Damals noch mit Hilfe, wurde das Auto repariert und Pickerl gemacht.

Bis Heute ist der 100er mein absoluter Favorit was den Fahrkomfort angeht, schnellkurventauglich trotz sehr weichem Fahrwerk, besser geht’s nicht.
Natürlich fehlte mir damals vor allem das Geld und zu meiner bestandenen Matura bekam ich einen neuen Polo geschenkt. Naja da konnte ich nicht anders als den Audi ab zu melden. Polo- drei Zylinder.

In der Stadt war er schön wendig und klein aber sonst, ich konnte dass Auto nie wirklich leiden. Dann kam aber der Winter und schon machte es Spass, aber nur für ein paar Wochen. Naja und ab und zu im Gatsch, siehe Bild. Nach einigen Monaten Vorarbeit konnte ich dann endich den Polo verkaufen ohne den Spender zu verärgern.

Der Avant war inzwischen in einer beheizten Garage einquartiert gewesen und sprang nach acht Monaten sofort an. Bis heute mein braver Gefährte, natürlich musste doch schon einiges gemacht werden, hier eine Teilauflistung der erfolgten Arbeiten:
- Bremsen komplett inkl. Leitungen
- Hohlraum- und Unterbodenkonservierung mit MS
- Wannen- und Deckeldichtung sowei alle SiRi am Motor
- Hydros sowie die meisten Fühler neu
- Getriebedichtungen
- Kupplung samt Betätigung (zwei mal Pedalbruch)
- Instrumente nachlöten
- Radlager rundum
- Aggragaträger, Motor und Gertiebe neu gelagert
- Himmel und andere Ermüdungserscheinungen im Innneraum

Ausständig sind nocht Schaftis und Zylinderkopfdichtung, Kat, neue Achsstutzen hinten und Benzinpumpe. Und natürlich muss ich noch die Gebrauchsspuren der Karrosse entfernen. Der Vorgänger hat ein paar kleine Dellen und ein um fünf Zentimeter gestauchtes Heck hinterlassen. Dem Lack sieht man die 22 Jahre schon leicht an, rot ist da ja auch sehr empflindlich, also muss auch noch lackiert werden.

Um weiter im Gatsch wühlen zu können kaufte ich mir 2004 einen Lada Niva Bj.86 dazu.

Dieser ist inzwischen Strassentauglich und mit Wechselkennzeichen mit dem Audi vereint. Die russische Technik ist unschlagbar Reperaturfreundlich ausgeführt und alle Teile sind auf billigstem Niveau leicht erhältlich. Der Niva istnatürlich mehr fürs Grobe, aber auch auf der Strasse sehr komfortabel, bei 100 ist aber Schluss. Bin sehr zufrieden mit meinem Fuhrpark und setze alles daran die beiden Autos auch noch als Oldtimer zu fahren.

Schöne Grüße

Jakob