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Retro Classics 2010 // von unserem Vereinsmitglied Dörry

Früh genug hatte ich beschlossen an der Messe teilzunehmen und mir einen Flug gebucht da 750 Km (eine Strecke) Autobahn wenig verlockend waren und auch den Zeitlichen Rahmen gesprengt hätten. Für 73 Euro fliegen hört sich dagegen sehr gut an. Zimmer über den Verein gebucht, und schon kann es März werden.

Meine Frau hat mich zur S-Bahn gebracht und 1ne Stunde und zwei Rolltreppen später stehe ich vor dem Air Berlin Schalter. Da das Abfluggate „ganz da hinten“ war musste ich auch nur fünf Minuten warten und schon gings los nach Stuttgart.

Dort angekommen hat man den Hinweisschildern zufolge die Wahl zwischen Eingang Ost und Eingang West. Es gibt sich Wegmäßig nicht´s und ich dachte „Was soll ich denn im Osten ? Alte Trabbis ankucken ?“ und bin dann zum Eingang West wo es auf dem Weg ziemlich viele dieser „Laufbänder“ gibt was mein Lieblingsbein sehr gefreut hat.
Mit der ausgedruckten Freikarte ging es Problemlos rein wobei man mir noch geholfen hat meine Reisetasche durch das Drehkreuz zu bugsieren (und keinen Aufstand wegen der angeblichen Sicherheit gemacht hat). An Halle 9 und 7 vorbei in der Halle 5 angekommen musste ich ja erstmal unseren Stand finden. Da ich nur eine einzige Audi Fahne gesehen habe bin ich in diese Richtung und habe auf dem Weg etwas geflucht weil viele Besucher den Unterschied zwischen Gang und Stand einfach nicht kennen. Wenn man dann noch eine Reisetasche im Schlepp hat kann das ganz schön Nervig sein.
Die Audi Fahne gehörte zu den 43ern, also unsern Nachbarn und schon war unser Stand gefunden.
Endlich schöne Autos und ein paar „Langzeitler“ die ich noch nicht kannte. Schnell war meine Tasche in einem Kofferraum verschwunden, ich mit einer Sitzgelegenheit und einem Kaffee versorgt und im Gespräch mit den anderen.
Den Messestand an sich fand ich zwar mit wirklich SEHR Messetauglichen Autos ausgestattet, aber insgesamt etwas karg und würde mir für die nächste (Hoffentlich mit uns Stattfindende) Messe unter anderem ein paar Stehtische an denen man auch Infomaterial auslegen kann und mit Interessierten Messebesuchern plaudern kann wünschen.
Nachdem sich meine Beine etwas erholt hatten schaute ich mich dann in der Halle 5 etwas um. In der direkten Nachbarschaft waren ja die 43er mit vielen schönen (und partielle weniger schönen – stimmts Helmut ?) Autos und einem unrestaurierten 43er an dem die üblichen Schwachstellen markiert waren. Daneben wiederrum war die Passat Kartei (oder so ?) die neben schön geputzten Autos auch einen Passat auf „Wüstenexpedition“ (jedenfalls war er so verstaubt) ausgestellt hatten.
Meinen Geschmack haben die unrestaurierten und (Entschuldigung) versifften Autos jedenfalls nicht getroffen. Hinter der Passatkartei waren „die Bauern“. Ein ganz kleiner Stand mit zwei Clubs. Ein 123er Daimler und daneben ein /8, wenn die Jungs mal rüberkamen um sich ein paar schöne Autos anzusehen wurden sie von Ihren Mitstreitern gleich verspottet. (Waren wohl Neidisch).
Außer unserem Stand und den 43ern waren nur noch 1 Stand auf der anderen Seite der Halle der drei Urquattros ausgestellt hatte. Sonst war von Audi nix zu sehen was auch immer wieder von Messeteilnehmern „beanstandet“ wurde. 
In der Halle war auch ein riesiger total professionell gemachter Stand mit den Mazdas von Walter Frey. Über Walter Frey habe ich erst heute einen Bericht gelesen wo der erste Serien Zweischeibenwankel (Mazda Cosmo – der war auch ausgestellt) mit dem RX 8 „verglichen“ wurde.Der gute Herr Frey ist ein Mazdahändler der Privat so ca. 150 – 160 vorzugsweise alte Mazdas besitzt. Außerdem auf seinem Stand waren neben dem ersten Mazda in Europa und ein paar absoluten Raritäten auch Yougtimer die wir alle mal erlebt, aber längs wieder vergessen haben. Den Cosmo gibt es übrigens nur 4 mal in Europa !
Weiter hinten in der Halle waren die Opelaner stark vertreten und überall gab es teure Mercedes zu kaufen.
Es gab auch reichlich „Zubehörstände“ in Halle 5 die ich aber nicht weiter erwähnen möchte.
Am Anfang der Halle gab es noch einen sehr schön gemachten Stand mit alten Ford die ausnahmslos meinen Geschmack getroffen haben.
Am Abend sind wir dann, nach kurzem Einchecken im Hotel, ins Cafe del Sol eingekehrt wo Diplomschwabe Helmut mir vorgeführt hat was der Spruch „Lieber den Magen verrenkt als dem Wirt was geschenkt“ bedeutet. Das Dekollte´ der Bedienung war aber wirklich auch sehr Appetitanregend.

Samstag morgen sind wir dann irgendwie gefühlt zu früh nach dem Frühstücken wieder auf der Messe aufgetaucht. Die Gunst der frühen Stunde Nutzend bin ich wieder auf Foto und Entdeckungstour gegangen und habe die Hallen 1 und drei abgeklappert. Alles aufzuzählen würde den Rahmen hier endgültig sprengen, aber von sehr alt (Blechliesel – äh Tin Lizzy) über sehr Teuer (Und da gab es nun wieder viele Möglichkeiten) war so ziemlich alles vertreten.
Danach gab es wieder Gelegenheit mit einigen Messebesuchern zu „Fachsimpeln“ und Interessante Gespräche zu führen. Auch der Spaß mit den anderen Vereinmitgliedern kam nicht zu kurz. Ob es jetzt schon am Freitag, oder am Samstag zu dem Unmoralischen Angebot kam weiß ich gar nicht mehr, sorgte aber auf jeden Fall für reichlich Gesprächsstoff.
Am Nachmittag war ich dann in Halle 7 die mir auch viel Spaß gemacht hat. Die Franzosen waren hier stark vertreten. DKW von Munga über 1000 SP bis zu dem Transporter (?) und dann gleich weiter zu NSU mit dem Ro 80. Alfa Romeo hatte ja Jubiläum und einen großen (leider abgeschirmten) Stand. Überall standen mal ein paar schöne alte Porsche rum und Mercedes war wirklich schon eine Landplage. Absonderliches, Spezielles und Abstruses gab es an jeder Ecke und so hätte ich in jeder Halle Stundenlang bleiben können.
Zurück an unserem Stand gab es wieder viel zu reden und bereden. Beispielsweise die Abendgestaltung wo wir uns diesesmal auf Stuttgart City einigten. Helmut, der Stuttgart ja von noch vor den Römern kannte, führte uns ins „Calwer Brauhaus“ (oder so ähnlich) wo es leckeres Bier, ein gutes Essen und viel zu Lachen gab.
Sonntag morgen dann: Auschecken aus dem Hotel, rüber zur Messe und nichts mit Gunst der frühen Stunde. Die Leute haben die Messehallen gestürmt als dürften sie sich was aussuchen. Ich bin dann in Halle 9 gegangen wo es die Nutzfahrzeuge gab. Jeder der sein Auto schon mal poliert hat steht ehrfürchtig vor einem riesigen, blankpoliertem Bus oder LKW. Trecker gab es auch zu sehen, aber die Dicken alten (Nein, keine Personen) haben schon was ganz eigenes. Wen man vor einem 40 Jahre altem (oder noch älter) blankpolierten Baustellenlaster steht und über die Arbeit nachdenkt ist man sehr froh das man „nur“ einen 44er hat.
Im Sturmtempo ging es dann durch die Hallen 8/6 und 4 die zwar viel zu Verkaufen hatten (auch und zwar viele Fahrzeuge) auch schönes zu gucken hatten, aber nicht wirklich viel neues brachten.
Zurück zu den schönen Autos, noch ein bisschen gesabbelt und dann musste ich schon langsam los zum Flughafen. 
Wenn der Flieger nicht zwei Stunden Verspätung gehabt hätte wäre die Rückreise sicher genau so schön wie der Hinweg gewesen.
Was gelieben ist waren zwei Beine die ca. 1 Woche lang weh getan haben, eine Erinnerung an drei lustige und schöne Tage und die Gewissheit das ich nächstes Jahr wieder teilnehmen möchte.
Ich habe mich sehr gefreut das die Nordlichter so stark vertreten waren und habe mich etwas gewundert das der stärker im Verein vertretene Süden sich so zurückgehalten hat. Das ist aber auch der Ansporn für nächstes Jahr (immer mit einem: Wenn wir hoffentlich dabei sind – versehen) das der Norden genau so stark erscheint und der Süden Personell „aufstockt“.
Ich glaube das jeder der da war ähnlich Denkt, seinen Spaß hatte und genug zum Staunen (oder auch lachen) hatte und die meisten wieder mitmachen werden.
Respekt auch den Mitgliedern die Ihren 44er im Topzustand ausgestellt haben, dass ist ein enormer zeitlicher Aufwand und einen Haufen Geld kostet das auch. Danke dafür.
Wer jetzt bis hierher gelesen hat merkt das nicht nur viel reden kann, merkt aber hoffentlich auch das es viel von einer Messe zu berichten gibt. Versucht es doch mal selbst !

So, dass war die Messe aus meiner Sicht. Ich habe zwar sehr viel geschrieben, aber das meiste eben nicht (wie gesagt, selbst Teilnehmen !) weil es einfach zuviele Eindrücke sind.