Allgemeines Werkzeug

Wer am eigenen Auto selbst Hand anlegen möche, benötigt natürlich so einige Werkzeuge.

Diese Seite ist hauptsächlich als Hilfestellung für diejenigen gedacht, die noch nicht viel Werkzeug besitzen, um entscheiden zu können, was gebraucht wird und worauf bei der Anschaffung geachtet werden sollte.

Natürlich braucht man nicht alles, was hier beschrieben wird, und man muß es auch nicht auf einmal kaufen. Auf dieser Seite wird zuerst einmal die Grundausstattung beschrieben.

Wer sich intensiver mit Arbeiten am Auto beschäftigen möchte, wird sich vielleicht bald für eine Druckluftausrüstung oder einen Schweißausrüstung interessieren.

Die Grundausstattung: Was und wo kaufen?

Beim Einkauf von Werkzeugen sollte man natürlich vorwiegend auf die Qualität achten. Es ist sicherlich sinnvoller, wenige aber dafür wirklich hochwertige Sachen zu besitzen.

Wirklich hochwertige Werkzeuge bekommt man meist nicht im Baumarkt, sondern im Eisenwarenfachhandel von Firmen wie Hazet, Gedore, Stahlwille usw.

Diese halten bestimmt ein Leben lang und man kann sie später auch noch den Urenkeln vererben. Leider sind sie auch nicht ganz billig.
Das Werkzeug z.B. vom Baumarkt mit dem Biber kommt da wesentlich günstiger - und ist meiner Erfahrung für den Hobbybastler schon in Ordnung - wenn man nicht gerade das aus dem großen Korb neben der Kasse (drei Teile fünf Mark) nimmt.

Gutes Werkzeug gibt es auch bei Westfalia, und Meßgeräte und Elektrik-Werkzeuge z.B. bei Conrad.

Kürzlich habe ich im Netz noch die Firma Inox-Schrauben entdeckt, deren Werkzeuge auch einen hochwertigen Eindruck machen.

Vorsicht ist geboten bei Angeboten wie dem 100-teiligen Profiwerkzeugsatz für 30 Euro. Neben einigen nicht wirklich brauchbaren Teilen sind zwar auch häufig benötigte enthalten (z.B. Steckschlüsselsatz), aber schon nach kurzer Zeit können die Stecknüsse rundgedreht sein oder die Ratsche in beide Richtungen "ratschen".

Das Ergebnis sind dann verranzte und nur noch schwer lösbare Schrauben (die man mit dem Inhalt dieses Koffers sicherlich nicht mehr rauskriegt) und Frust bei der Arbeit.

Man kann natürlich einen preiswerten Komplettkoffer kaufen, und kaputte Teile dann gegen wirklich hochwertige austauschen. So vermeidet man wenigstens die große Anschaffung gleich am Anfang.

Auch sollte man sich schon vor dem Kauf überlegen, wie man seine Werkzeuge später aufbewahren will. Preiswert, praktisch und stabil sind zum Beispiel ausklappbare Metallwerkzeugkoffer. Wer mehr anlegen möchte, kann sich auch einen Werkstattwagen besorgen - das ist natürlich viel professioneller und bietet den Vorteil daß nicht nur alles übersichtlich ist, sondern man auch eine Art "Arbeitstisch" hat.

Auch beim Autobasteln gilt der Grundsatz "Ordnung ist das halbe Leben", denn wenn nach einer Stunde basteln die halbe Garage voller Stecknüsse und Schlüssel liegt, geht die Hälfte der Zeit drauf, um das jeweils benötigte Werkzeug wiederzufinden.

Werkstattwagen: Aufgebaut und ordentlich, läßt sich aber auch mit Inhalt zusammenklappen und paßt dann in jeden Kofferraum.


Welche Werkzeuge sollte man haben?

Natürlich so viele wie möglich, aber es gibt eine gewisse "Grundausstattung" ohne die es eigentlich nicht geht und mit der aber auch schon einiges erreichen kann.
Diese werden hier vorgestellt.
Spezialwerkzeuge werden separat nach Reparaturgruppen vorgestellt.

Erforderlich für nahezu alle Arbeiten sind:

Steckschlüsselkasten
Maulschlüsselsatz
Inbus- (Innensechskant-) Schlüssel
Schraubenziehersatz
Notwendig für viele Arbeiten:
Drehmomentschlüssel
Wagenheber und Unterstellklötze

Zangen
Elektrik-Werkzeuge

Kleine Liste von Spezialwerkzeugen für weiterführende Arbeiten

"Großer" Steckschlüsselsatz mit 1/2" Antrieb ( 1/2 Zoll )
ist wohl mit das wichtigste. Häufig benötigte Schlüsselweiten (SW) sind 10-13-15-17-19mm. Es empfiehlt sich Sechskantnüsse zu kaufen, denn mit den ebenfalls erhältlichen Zwölfkantnüssen kann man festsitzendende Schrauben schnell runddrehen. Empfehlenswert ist natürlich auch eine Zündkerzennuß (SW 20,8mm). Für die große Mutter im Lenkrad benötigt man SW 24mm. Wer die vorderen Federbeine oder die Antriebswellen ausbauen möchte, braucht auch noch eine Nuß SW 30 oder 32mm. Bei letzteren sollte man auf gute Qualität achten, denn diese Verschraubungen sitzen sehr fest (an die 300Nm).

Nützlich sind auch eine kurze (10cm) und eine lange (20cm) Verlängerung für den Steckschlüsselsatz. Das in vielen Sätzen enthaltene Kardangelenk zum "Um-die-Ecke-Schrauben" hab ich noch nie gebraucht.

"Kleiner" Steckschlüsselsatz mit 3/8" oder 1/4"-Antrieb
für die feineren Arbeiten, denn diese Größen sind gerade an schwer zugänglichen Stellen viel handlicher. Ich denke, gerade hier braucht nicht unbedingt die teuerste Qualität gekauft zu werden, denn die kleinen Sachen knallt man ja nicht mit aller Gewalt fest. Ein kompletter Kasten (SW 5 bis etwa 17mm) für 10 Euro kann durchaus in Ordnung sein. Selbstverständlich sollte man gerade bei preiswerten Angeboten die Einzelteile vorher genau ansehen.

Der Satz sollte möglichst auch noch einen Hand-Drehgriff und vielleicht ein paar Schrauberbits enthalten


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Maulschlüsselsatz

Wer keinen preiswerten Komplettsatz kaufen will, besorgt sich die meistgebrauchten Größen SW 10-13-15-17-19mm in guter Qualität.

(Gekröpfte) Ringschlüssel
hier gilt das gleiche wie bei den Maulschlüsseln. Hier würde ich empfehlen, im Gegensatz zum Steckschlüsselkasten Zwölfkantschlüssel zu nehmen.
Wer Stoßdämpfer wechseln möchte, braucht auch noch SW 22mm.

Links ein Steckschlüsselkasten für 3/8"-Antrieb, der auch Inbusbits enthält.
Davor liegt ein Bund Inbusschlüssel. Rechts Ring- und Maulschlüssel.

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Inbusschlüssel

Die billigsten Schlüssel sind garantiert nach der ersten Verwendung rundgedreht, verbogen oder abgebrochen. Wirklich gut sind Inbus-Stecknüsse (oder ggf. auch -Bits) für den Ratschenkasten, die gerade bei festsitzenden Schrauben unerläßlich sind. Die Chancen eine festsitzende Schraube nicht völlig zu versauen sondern noch zu lösen steigen enorm. Die häufigsten Größen sind 4-5-6-8 mm.

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Ein Satz Schraubenzieher

Je zwei Größen Kreuz- und Normalschlitz. Ein großer langer (und stabiler) Schlitzschraubenzieher etwa 30 cm lang läßt sich auch zum Hebeln einsetzen - hier auf gute Qualität achten, denn billige Schaubenzieher brechen dabei meist ab. Ein guter Schraubenzieher sollte auch einen Hammerschlag von hinten auf den Griff einstecken können ohne daß dieser dann zersplittert (Verletzungsgefahr und Arbeitsfrust).

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Drehmomentschlüssel

Er wird immer dann benötigt, wenn Schrauben gleichmäßig und mit definierter Kraft festgezogen werden sollen, z.B. Radschrauben, fast überall am Fahrwerk und bei vielen Arbeiten am Motor. Sie sind ebenfalls schon recht preiswert erhältlich, ein Schlüssel für 25€ aus dem Autozubehör kann durchaus brauchbar sein. Ein geprüfter Schlüssel mit einer Toleranz von max. 4% nach DIN ist für das Doppelte zu haben - und natürlich besser. Für die meisten Arbeiten am Auto genügt ein Schlüssel mit einem Drehmomentbereich von etwa 20-200Nm und 1/2"-Antrieb.

Es empfiehlt sich durchaus, den Drehmomentschlüssel mit der passenden Stecknuß für den Radwechsel im Auto mitzunehmen. Festsitzende Radschrauben sind mit dem kurzen Schlüssel aus dem "Bordwerkzeug" meist nicht lösbar, außerdem kann man das Reserverad gleich mit dem richtigen Drehmoment montieren.

Drehmomentschlüssel bis 210 Nm, etwa 50 cm lang.

Eine andere Variante von Gedore, nur in der Anschaffung teurer ;-).


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Wagenheber und Unterstellklötze

Wer ernsthaft am Auto arbeiten will, stößt mit dem Bordwagenheber schnell an Grenzen. Ein brauchbarer Rangierwagenheber mit einer Hubhöhe von etwa 35cm ist aber durchaus schon für 25€ zu haben. Selbstverständlich sollte sein, daß unter dem mit dem Wagenheber angehobenen Auto nicht gearbeitet werden darf sondern dieses entsprechend gesichert werden muß. Im Zubehörhandel gibt es dafür spezielle Unterstellböcke. Eine sehr preiswerte und auch sehr sichere Alternative stellt ein Stapel Backsteine dar. Je nach Anzahl der Steine kann man auch die gewünschte Höhe "einstellen".

Natürlich legt man zwischen Auto und Steine immer auch ein Stück Holz. Hohlblocksteine dürfen jedoch keinesfalls verwendet werden, da sie unter Belastung brechen können.

Auffahrrampen sind schon relativ preiswert erhältlich, sie ermöglichen eine vergleichsweise große Arbeitshöhe und sind mit die sicherste "Aufbockmethode" überhaupt - zu beachten ist aber, daß die Räder dann nicht abgenommen oder gedreht werden können, z.B. für Arbeiten an den Radaufhängungen oder Bremsen.

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Zangen
Besonders Kombi- und Rohrzange wird man öfter benötigen. Wenigstens die häufiger benutzten Zangen sollten von guter Qualität sein, denn bei Billigprodukten wird gerne die Verzahnung im "Maul" stumpf oder die Klinge des Seitenschneiders wird krumm, ohne daß der zu trennende Draht in zwei Teile geht.

Preiswerte Zangen haben in ihrem Gelenk häufig auch viel Spiel, so daß die Gefahr, sich die Finger einzuklemmen, relativ groß ist.

Folgende Zangen sind u.a. am Auto einsetzbar:

untere Reihe von links nach rechts: Kombizange, Seitenschneider, Abisolierzange für die Elektrik, kurze Telefonzange, zwei lange Telefonzangen mit blauen Griffen (gerade und gekröpft), Blindnietenzange. Mit einer sehr spitzen Telefonzange lassen sich auch Sicherungs(Spreng-)ringe gut öffnen. Die langen Telefonzangen eignen sich gut für das Greifen von heruntergefallenen Gegenständen in engen Räumen oder auch für Ventilschaftdichtungen. Mit der Blindnietzange kann man problemlos selber Bleche nieten.

Oben die gute alte "Kneifzange" bzw. Kantenzange, mit der man Drähte kürzen und auch Schlauchschellen verquetschen kann, z.B. an Antriebswellen. Darunter eine Rohrzange, mit der sich manche rundgedrehte Schrauben bewegen lassen, besser geht das noch mit der automatischen Parallelgripzange (in der Mitte), allerdings nur dann, wenn sie nicht allzu fest sitzen.

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Elektrik-Werkzeug

Als Mimimalvoraussetzung für Wartungsarbeiten an der Elektrik wäre die Prüflampe zu nennen. Dabei handelt es um ein 12V-Birnchen in einem entsprechenden Handgriff, mit dem man feststellen kann, ob irgendwo eine Spannung anliegt.
Wer weitergehende Messungen an der Elektrik durchführen will, besorgt sich ein Multimeter. Solche Meßgeräte können unterschiedliche Spannungen, Stromstärken und Widerstände genau bestimmen und sind in preiswerter Ausführung schon ab 10€ zu haben.

Ein Elektrolötkolben mit 35-50 Watt Leistung ist immer hilfreich um Kabel dauerhaft miteinander zu verbinden, sei es für Reparaturen oder Neuinstallationen. Solche Geräte sind auch schon ab 10€ mit Zubehör (z.B. Ständer) und Lötzinn im Elektronikhandel erhältlich.

Wer professionell Kabel isolieren will, nimmt dazu Schrumpfschläuche, die mit einem Heißluftgebläse erhitzt werden.
Wer das nicht investieren will, kommt in den meisten Fällen auch mit einem Sortiment Isolierband aus.

Sinnvoll ist auch ein Elektriker-Zangensatz mit Telefonzange, Abisolierzange und Seitenschneider. Für das Festquetschen von Kfz-Steckverbindern gibt es eine spezielle Zange zusammen mit einem Sortiment Quetschverbinder ebenfalls recht preiswert im Elektronikhandel oder im Baumarkt.

Lötkolben, Multimeter und ein Autoelektrik-Werkzeugsatz mit Prüflampe,Quetschzange, Schraubenziehern und Quetschhülsen.