Die Spot-Repair Lackreparatur

Das soll jetzt hier keine Profis aus Euch machen, sondern nur eine kleine Hilfestellung geben, um mit einfachen Mitteln und Können das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

Was ist eine Spot-Lackreparatur ?

Darunter versteht man eine Lackausbesserung, die in etwa ein- bis max. zwei Handflächen groß ist.

Wo kann man dies anwenden ?

Spot-Repair Lackierungen eignen sich ausschließlich in Randbereichen – niemals mitten in der Fläche - optimalerweise, wenn die zu lackierende Fläche optisch durch Zierleisten, Sicken oder ähnliches unterbrochen wird. So z.B. beim Typ 44 die hintere Ladekante oder die Türbereiche unterhalb der Schutzleiste. Aber man kann auch hervorragende Ergebnisse erzielen, wenn man z.B nur den viertel Kotflügel oder das Seitenteil einlackiert. Und genau dabei will ich euch jetzt eine kleine Hilfestellung geben und zwar mit recht einfachen Mitteln, die jeder bekommen kann, ohne dass dies dann ein Vermögen kostet. Denn nicht jeder hat eine Lackierpistole zu Hause. Dass dies dennoch nicht ganz an ein Profiergebnis heran reichen wird, dürfte wohl jedem klar sein. Theorie und Praxis sind zwei paar Stiefel – Erfahrung ein weiteres.

Gut.

Was braucht man mindestens dazu ?

Die originale Autofarbe in der Sprühdose – wenn möglich Farbton genau gemischt und mit Breitstrahldüse (im Fachhandel nachfragen)
Klarlack (bei Metallic oder Perleffektlack)
Schleifpapier 180, 240, 400 trocken
Schleifpapier 800, 1200, 2000 nass
Schleifvlies 2000 für Mattierungsarbeiten (im Fachhandel nachfragen)
Feinspachtel + Zubehör
Haftgrund oder Rostschutzgrund
Spritzfüller
Entfetter / Silikonentferner
Staubbindetücher (Farbfachhandel)
Atemschutzmaske
Kontrollschwarz Pulver (Fachhandel z.B. von 3M)
Handschleifblock aus Moosgummi (Fachhandel)
Polierschleifpaste und Politur
Fusselfreies Papiertuch
Poliertücher

Los geht's...

Je nach Schadensstelle muss entweder nur geschliffen werden, zuerst grob, dann feiner, oder evtl. sogar gespachtelt werden. Ich geh jetzt einfach mal davon aus, dass jeder in etwa weiß, wie man einen Kratzer verschleift und wie in etwa gespachtelt wird. Wer sowas noch nie gemacht hat, dem wird das hier sowieso nicht weiterhelfen. Demjenigen ist der Fachbetrieb empfohlen. Bevor jedoch der Haftgrund oder Spritzfüller aufgetragen wird, sollte die Stelle schön eben verschliffen sein und die Kratzer vom Schleifpapier nicht allzu grob sein. Wichtig: nach jedem Arbeitsgang das Material gut trocknen lassen. Ein Föhn hilft dabei.
Jetzt tragen wir den Spritzfüller oder Haftgrund auf. Nicht gleich zu dick dass alles zu laufen beginnt. Lieber in ein, zwei Schritten – dazwischen immer etwas ablüften lassen. Wenn wir dann eine ausreichende Schicht haben, nehmen wir das 800er Nassschleifpapier und den Schleifblock und verschleifen die Oberfläche, bis die Spritzporen oder Unebenheiten „plan“ sind. Wenn durchgeschliffen wird, muss nochmals nachgefüllert werden. Im Idealfall benutzt man etwas Kontrollschwarz (Fachhandel) - eine Art Schwarzpulver – dann zeichnen sich die Unebenheiten deutlich ab und man weiß, wo es noch Wellen oder Unebenheiten hat. Zwischendurch wechselt man dann auf Körnung 1200 nass um Schleifspuren unter dem Lack zu vermeiden.
Das macht man solange, bis man das Kontrollschwarz auf einen Zug gleichmäßig abziehen kann und keine schwarzen „Täler“ übrig bleiben. Dann erst ist die Fläche soweit zur Lackierung OK.

So - jetzt wird die umliegende Fläche mit dem 2000er Schleifvlies „mattiert“. Dies sollte man großflächig und sorgfältig tun. Dies verbessert die Haftung vom Lack und Klarlack deutlich und verbessert nach dem Polieren den „Übergangsbereich“ vom alten zum neuen Lack. Macht man dies nicht, oder nur unzureichend, gibt es einen stärker sichtbaren Übergangsbereich.

Jetzt reinigt man ( zwischen allen Arbeitsgängen eigentlich ) die gesamte Fläche mit Silikonentferner und einem sauberen, fusselfreien Papiertuch. Anschließend zieht man die gesamte Fläche mit einen Staubbindetuch ab. Nicht hin- und herwischen, sondern nur in eine Richtung nach außen hin !

Farbdose gut schütteln und dann in ca. 20-25 cm Abstand Farbe dünn auf die Schadensstelle aufnebeln. Zwischendurch immer etwas ablüften lassen – nie zu viel Farbe auf einmal (nur Metallic oder Perl – Uni in ein, zwei Zügen satt). Solange bis die Farbe deckend aufgetragen ist. Wieder gut ablüften lassen und dann nochmals die Farbe etwas weiter in die Fläche einnebeln, um keine Lackierränder zu bekommen. Einfach die Farbe etwas „auslaufen“ lassen – solange bis kaum oder gar kein Spritzrand mehr zu sehen ist. Wenn man das gut hin bekommt, ist das die halbe Miete einer guten Beilackierung und selbst Farbdifferenzen sind so für das Auge schwerer auszumachen, wenn die Farbe ineinander verfließt.

Den Klarlack müssen wir hingegen „satt“ - möglichst in einem Zug - auftragen. Aber darauf achten, dass er nicht zu laufen beginnt. (Wenn er läuft – bloß keine Panik. Das passiert dem besten Lackierer auch hin und wieder). In jedemfall muss der Klarlack über den zuvor gespritzten Basislack hinaus lackiert werden.

Hat es jetzt dennoch Lacknasen gegeben – lassen !!! Jetzt bloß nicht in Panik alles wegwischen – aber ich komm gleich dazu. Es ist, wenn man Glück hat, rettbar.

Der Klarlack sollte jetzt einige Zeit gut trocknen. Wenn man eine Infrarotlampe für Kreuzbeschwerden zur Hand hat, umso besser. Ich empfehle, je nach Außentemperatur, den Lack jetzt min. drei, vier Tage durchtrocknen zu lassen – ganz gleich, ob es geklappt hat oder nicht. Sonne oder Wärme beschleunigt den Vorgang natürlich.

Dann können wir die Übergangsbereiche vorsichtig mit Polierschleifpaste von Hand polieren, solange, bis die Übergänge verfließen. Staubkörnchen, Fussel können wir vorsichtig mit dem 2000er Papier nass egalisieren und polieren. Bei entstandenen Lacknasen verfahren wir genauso – einfach mit dem 2000er Schleifpapier und dem Moosgummiblock egalisieren, bis eine glatte Fläche entsteht. Dabei muss man darauf achten, immer möglichst plan und parallel zu schleifen – nicht kreisen !

Danach alles auf Hochglanz polieren. Wenn alles geklappt hat - perfekt. Gratulation.

Verfasser: S.Steinhöfer